Viele TrainerInnen wollen mündige SpielerInnen entwickeln, die Techniken und Spielzüge nicht nur motorisch umsetzen können, sondern die auch wissen, was sie wie und warum auf dem Spielfeld machen (sollen). Benjamin Corts und Alexander Hurler vom Volleyballstützpunkt Wiesbaden geben einen Einblick in ihr Playbook und zeigen auf, welche Vorteile es im Nachwuchsvolleyball hat.

Der Einsatz eines mitwachsenden Playbooks bietet zunächst die Möglichkeit, Lernprozesse, insbesondere im Nachwuchsbereich, bewusster und nachhaltiger zu gestalten. Die einzelnen Inhalte zu Technik, Taktik, Athletik, Mentalstrategien, Ernährung, etc., werden kapitelweise ausgeteilt und das Buch kann so nach und nach im Laufe der Volleyballkarriere komplettiert werden.

Der oder die TrainerIn verteilt je nach Trainingsschwerpunkt Zettel mit Informationen zu den gerade trainierten Inhalten an die SpielerInnen. Die SpielerInnen heften die Zettel dann in ihrem Playbook ab. Die verschiedenen Inhalte der Volleyballausbildung werden so übersichtlich zusammengeführt und die SpielerInnen können ihre einzelnen Entwicklungsschritte bewusst nachvollziehen. Sie haben sozusagen die Elemente der gesamten Volleyballkarriere in einem Teambook zusammengefasst und jederzeit griffbereit.

Die Spielerinnen können sich vor und nach dem Training nochmals auf ihre Ziele fokussieren (Foto: Benjamin Corts).

Auf diese Art lernen die SpielerInnen nicht nur in der Trainingshalle und auf dem Spielfeld, sondern sie setzen sich auch außerhalb der Volleyballhalle mit Trainingsinhalten und Spielkonzepten vertiefend auseinander, um zu verstehen, was gerade trainiert wurde. So werden sie mit Hilfe des Playbooks zur Reflektion des eigenen Lernprozesses angehalten.

Die Dokumentation des eigenen Lernfortschritts wirkt sich dabei, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, motivierend auf den eigenen Lernprozess aus. Damit dies gelingt, müssen sich neue Inhalte immer an dem aktuellen Leistungsstand und an den derzeitigen Lernvoraussetzungen der SpielerInnen orientieren. Somit ist gewährleistet, dass keine Unter- oder Überforderung durch zu einfache oder nicht verständliche (theoretische) Inhalte entstehen kann. Vielmehr bietet das Playbook die Möglichkeit die Kommunikation über konkrete (theoretische) Trainingsinhalte zu erleichtern.

Beispiele von Playbooks, eingeheftet in einen Ordner, sodass auch etappenweise neues Material einsortiert werden kann (Foto: Benjamin Corts).
Das Playbook wächst immer mit

Das „Mitwachsen“ des Playbooks ermöglicht den TrainerInnen diesbezüglich eine individuelle Herangehensweise. Besonders wissbegierige und schnell lernende SpielerInnen können „gefüttert“ werden, eine Binnendifferenzierung durch das Ausgeben zusätzlicher Blätter mit vertiefenden Inhalten ist jederzeit möglich. Weiterhin bietet das Playbook auch für die einzelnen TrainerInnen die Chance, sich den eigenen Ausbildungsweg und die eigene Volleyballphilosophie bewusst zu machen, zu verschriftlichen und zu dokumentieren sowie die eigenen Trainerkompetenzen weiterzuentwickeln.

Zudem erleichtert die Einführung eines Playbooks mit klar beschriebenen Ausbildungsetappen die Umsetzung einer einheitlichen Ausbildungskonzeption innerhalb eines Vereins. Die Einarbeitung neuer TrainerInnen sowie die Integration von Neuzugängen innerhalb einer Mannschaft wird erleichtert. 

Lade dir jetzt ein Beispiel eines Playbooks herunter!

Benjamin Corts und Alexander Hurler stellen dir beispielhaft ihr in Wiesbaden verwendetes Playbook zur Verfügung – vielen Dank dafür! Nutzt es gern für euer eigenes Training und passt es an eure Gruppe an.

Über die Autoren

Benjamin Corts ist Mitglied im Bundesausschuss Bildung und Wissenschaft und Lehrertrainer am Schulsportzentrum Elly-Heuß-Schule in Wiesbaden.

Alexander Hurler ist Lehrertrainer am Schulsportzentrum Elly-Heuß-Schule in Wiesbaden.

Kategorien: Allgemein

1 Kommentar

Matthias Vetter · 9. Oktober 2019 um 23:53

Alles was hilft, die durch die Schule gelernte Hilflosigkeit zu bekämpfen, wird uns weiterbringen.

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